Rürup-Rente für Selbstständige: Steuervorteil, Regeln & Grenzen 2026

Wie die Rürup-Rente (Basisrente) für Selbstständige funktioniert, wie hoch die steuerliche Absetzbarkeit 2026 ist, welche Nachteile du kennen solltest und wie sie sich zum ETF-Depot verhält. Informativ, ohne Anlageberatung.

Zuletzt aktualisiert: 18. Juli 2026

🏷️ Dieser Beitrag enthält gekennzeichnete Werbe-/Partnerlinks („Anzeige"). Er ist ein redaktioneller Überblick und keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Mehr dazu.

Was ist die Rürup-Rente — kurz erklärt

Die Rürup-Rente — offiziell Basisrente — ist eine staatlich geförderte, private Altersvorsorge, die gezielt für Selbstständige und Freiberufler geschaffen wurde. Sie zählt steuerlich zur ersten Schicht des Altersvorsorge-Systems, genau wie die gesetzliche Rente. Der Kern: Du zahlst über Jahre in einen Vertrag ein, kannst die Beiträge in der aktiven Phase steuerlich absetzen und bekommst im Alter eine lebenslange monatliche Rente. Namensgeber ist der Ökonom Bert Rürup, auf dessen Konzept die Basisrente 2005 eingeführt wurde.

💡 Kern in einem Satz: Die Rürup-Rente tauscht einen hohen Steuervorteil in der Ansparphase gegen strenge Regeln — das angesparte Geld ist bis zur lebenslangen Rente gebunden: nicht kündbar, nicht in einer Summe auszahlbar und nur eingeschränkt vererbbar.

Warum die Basisrente für Selbstständige gemacht ist

Angestellte zahlen automatisch in die gesetzliche Rentenversicherung ein — Selbstständige in aller Regel nicht. Wer ohne Versorgungswerk arbeitet, baut Altersvorsorge also komplett in Eigenregie auf. Genau hier setzt die Basisrente an: Sie sollte den Selbstständigen ein steuerlich gefördertes Pendant zur gesetzlichen Rente geben. Der eigentliche Hebel ist der Sonderausgabenabzug. Weil viele Selbstständige keine gesetzlichen Rentenbeiträge zahlen, steht ihnen das steuerliche Abzugsvolumen oft in voller Höhe zur Verfügung — anders als Angestellten, deren Spielraum durch die laufenden Beiträge zur gesetzlichen Rente stark eingeschränkt ist.

Steuerliche Absetzbarkeit 2026 — der zentrale Vorteil

Seit 2023 sind Beiträge zur Basisrente zu 100 Prozent als Sonderausgaben absetzbar — bis zu einem gesetzlichen Höchstbetrag, der jährlich angepasst wird. Für 2026 gelten diese Werte:

2026 Höchstbetrag absetzbar Absetzbarer Anteil
Ledige / Einzelveranlagung 30.826 € 100 %
Gemeinsam veranlagte Paare 61.652 € 100 %

Wichtig ist die Anrechnung: Auf diesen Höchstbetrag werden bereits gezahlte Beiträge zur Basisversorgung angerechnet — etwa freiwillige Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung oder Beiträge zu einem berufsständischen Versorgungswerk (Ärzte, Anwälte, Architekten und andere). Wer solche Beiträge zahlt, hat entsprechend weniger Rürup-Spielraum. Wer als Solo-Selbstständiger gar nicht einzahlt, kann das Volumen dagegen häufig voll nutzen. Der Steuervorteil fällt umso größer aus, je höher dein persönlicher Steuersatz ist — deshalb wird die Basisrente vor allem für einkommensstarke Jahre häufig diskutiert.

⚖️ Kein Steuerrat: Diese Werte sind eine allgemeine Orientierung, keine steuerliche Beratung im Einzelfall. Wie sich Höchstbetrag, Anrechnung und dein individueller Steuersatz konkret auswirken, klärst du am besten mit einem Steuerberater.

Nachgelagerte Besteuerung: was im Alter passiert

Dem Steuervorteil beim Einzahlen steht die Besteuerung beim Auszahlen gegenüber — das nennt sich nachgelagerte Besteuerung. In der Ansparphase bleibt dein Geld steuerlich begünstigt, dafür wird die spätere Rente als Einkommen versteuert. Wie hoch der steuerpflichtige Anteil ist, hängt vom Jahr deines Rentenbeginns ab:

Der Grundgedanke: Im Ruhestand ist der persönliche Steuersatz oft niedriger als in den einkommensstarken Selbstständigen-Jahren. Ob diese Rechnung in deinem Fall aufgeht, lässt sich nicht pauschal sagen — sie hängt von deinem künftigen Einkommen und Steuersatz ab.

Vorteile und Nachteile im Überblick

Die Basisrente ist kein Selbstläufer — sie ist ein Tausch. Diese Gegenüberstellung fasst zusammen, was viele Verbraucher- und Fachquellen dazu nennen:

Vorteile Nachteile
Hoher Sonderausgabenabzug (2026 bis 30.826 € / 61.652 €) Kein Kapitalwahlrecht — nur lebenslange Monatsrente, keine Einmalauszahlung
Lebenslange, garantierte Rentenzahlung Nicht kündbar, nicht beleihbar, nicht übertragbar, nicht veräußerbar
In der Regel Hartz-IV-/Pfändungsschutz in der Ansparphase Nur eingeschränkt vererbbar — Hinterbliebenenschutz kostet extra und mindert die Rente
Beiträge lassen sich reduzieren oder beitragsfrei stellen Rente wird nachgelagert versteuert; je nach Produkt Abschluss- und Verwaltungskosten
Bindung beachten: Das in einer Rürup-Rente angesparte Geld ist bis zur Verrentung faktisch gebunden. Du kommst vor dem Rentenbeginn nicht an das Kapital heran — auch nicht in einer finanziellen Notlage. Wer flexibel bleiben möchte oder schwankende Einnahmen hat, sollte diesen Punkt besonders ernst nehmen. Nichts davon ist eine Empfehlung, einen Vertrag abzuschließen oder zu unterlassen.

Für wen die Rürup-Rente passen kann — und für wen eher nicht

Ob die Basisrente zu dir passt, ist eine individuelle Frage. In der Fachliteratur tauchen aber wiederkehrende Muster auf, an denen du dich orientieren kannst:

Ein häufiger Hinweis von Verbraucherschützern: Achte auf die Kosten des konkreten Vertrags und darauf, dass du die Beiträge wirklich über Jahre durchhalten kannst — gerade bei unregelmäßigem Einkommen. Ein einmal abgeschlossener Vertrag lässt sich später nicht einfach rückabwickeln.

Rürup-Rente oder ETF-Depot?

Die Basisrente wird oft dem freien Wertpapierdepot gegenübergestellt. Beide verfolgen unterschiedliche Logiken: Die Rürup-Rente bringt den Steuervorteil in der Ansparphase und eine garantierte lebenslange Rente, ist dafür aber unflexibel. Ein ETF-Sparplan bleibt jederzeit verfügbar, vererbbar und meist kostengünstig — bietet aber keinen vergleichbaren Sofort-Steuervorteil und keine garantierte Rente. Viele Selbstständige kombinieren beides bewusst, statt sich für ein Entweder-oder zu entscheiden. Wie sich eine monatliche Rate über die Jahre modellhaft entwickeln kann, kannst du mit unserem Sparplan-Rechner unverbindlich durchspielen — als reine Beispielrechnung, nicht als Prognose.

Ein ETF-Depot mit Sparplan eröffnest du bei einer Bank oder einem (Neo-)Broker. Beispiele für Anbieter mit ETF-Sparplänen sind Scalable Capital, Trade Republic und Freedom24. Anzeige – die Anbieterauswahl folgt sachlichen Kriterien, keine Empfehlung.

Worauf es beim Depot-Anbieter ankommt (Kosten, Sparplan-Angebot, ETF-Auswahl, Regulierung), erklärt unser Depot-Vergleich für Selbstständige. Was sich bei der staatlich geförderten Vorsorge ändern soll, liest du im Ratgeber zum Altersvorsorgedepot ab 2027.

Häufige Fragen

Wie viel kann ich 2026 von der Rürup-Rente absetzen?

Für 2026 lassen sich Beiträge bis 30.826 Euro (Ledige) beziehungsweise 61.652 Euro (gemeinsam veranlagte Paare) als Sonderausgaben absetzen — seit 2023 zu 100 Prozent. Auf diesen Höchstbetrag werden bereits gezahlte Beiträge zur Basisversorgung angerechnet, etwa zur gesetzlichen Rentenversicherung oder zu einem berufsständischen Versorgungswerk. Wie hoch dein absetzbarer Betrag konkret ausfällt, ist eine Steuerfrage für den Einzelfall.

Kann ich die Rürup-Rente kündigen oder das Kapital auszahlen lassen?

Nein. Ein Rürup-Vertrag lässt sich gesetzlich nicht kündigen und nicht in einer Summe auszahlen — es gibt kein Kapitalwahlrecht. Du kannst die Beiträge nur reduzieren oder beitragsfrei stellen. Das angesparte Guthaben ist zudem nicht beleihbar, nicht übertragbar und nicht veräußerbar. Ausgezahlt wird ausschließlich eine lebenslange monatliche Rente ab dem vereinbarten Rentenbeginn.

Wird die Rürup-Rente im Alter versteuert?

Ja, sie unterliegt der nachgelagerten Besteuerung: In der Ansparphase sparst du Steuern, in der Auszahlungsphase wird die Rente versteuert. Bei einem Rentenbeginn im Jahr 2026 sind 84 Prozent der Rente steuerpflichtig. Dieser Besteuerungsanteil steigt für spätere Jahrgänge jährlich um einen halben Prozentpunkt bis auf 100 Prozent im Jahr 2058 und wird im Jahr des Rentenbeginns festgelegt.

Für wen kann sich die Rürup-Rente lohnen?

Häufig genannt wird sie für Selbstständige mit hohem, stabilem zu versteuerndem Einkommen, die keine oder wenig gesetzliche Rentenversicherung zahlen und den Steuervorteil in der aktiven Phase nutzen möchten. Ob sie in deinem Fall sinnvoll ist, hängt von Einkommen, Steuersatz, Lebensplanung und Flexibilitätsbedarf ab — das ist keine pauschale Empfehlung und im Zweifel eine Frage für den Steuerberater.

Rürup-Rente oder ETF-Sparplan — was ist besser?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten, weil beide unterschiedlichen Zwecken folgen. Die Rürup-Rente punktet mit dem Steuerabzug in der Ansparphase und einer lebenslangen Rente, ist dafür aber unflexibel. Ein ETF-Sparplan bleibt jederzeit verfügbar und vererbbar, bringt aber keinen vergleichbaren Sofort-Steuervorteil. Welcher Weg — oder welche Kombination — zu dir passt, ist eine individuelle Entscheidung.

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